#schluckimdunkeln und der Shitstorm

By 20. April 2015Marketing

Vor kurzem habe ich einen Beitrag über die neueste Marketing-Aktion vom Smoothie Hersteller True Fruits verfasst. Nun hat sich ergeben, dass diese Kampagne einen Shitstorm von Feministinnen hervorgerufen hat.

Bildquelle: True Fruits Facebook-Seite
 
Ich habe nachfolgend mal in Form von Lektionen nachvollzogen, wie man am besten mit einem hausgemachten Shitstorm umgehen kann.
 

Lektion 1: Provozieren

Ich habe bereits ausführlich darüber geschrieben, dass True Fruits gerne provoziert und damit auffällt.
Es ist aus gutem Grund nicht das erste und sicherlich nicht das letzte Unternehmen, was auf Humor, Polarisierung und vermeintlichen Sexismus setzt um Aufmerksamkeit von potenziellen Kunden zu erregen.

Der Shitstorm in den sozialen Netzwerken zeigt, dass die Provokation dort angekommen ist wo sie landen sollte.

Lektion 2: Wer Wind sät wird Sturm ernten

Der Titel dieser Lektion enthält den Sturm eigentlich als negatives Symbol für selbst verursachtes Unheil.

Tatsächlich hat True Fruits es aber in der allgemeinen Wahrnehmung geschafft, einen Sturm von Aufmerksamkeit für seine Produkte zu generieren, zum Teil negativ aber ebenso auch positiv.

In jedem Fall aber kennen nun mehr Menschen und potenzielle Kunden sowohl das Produkt als auch die Marke und das für sich genommen ist immer ein Vorteil aus dem man erheblichen Nutzen ziehen kann.

Lektion 3: Den Sturm bändigen

Natürlich birgt ein Shitstorm das Risiko mehr Schaden als Nutzen anzurichten. Es ist also wichtig mit Bedacht und konsequent zu kommunizieren und zu seinen Aussagen zu stehen.

Hier entscheidet sich, ob der Shitstorm wirklich schadet und das Image angreift oder ob er genau das Gegenteil tut, es ist daher sicherlich empfehlenswert bei einer provokativen Kampagne bereits im Vorfeld zu planen, wie man auf einen möglichen Shitstorm am besten reagieren kann.

True Fruits entschied sich dafür, zu ihrer Meinung, Humor und Aussagen zu stehen und begegnete den Kritikern mit diesem Facebook-Post:

 
Nicht selten konnte man in den letzten Tagen Aussagen wie folgende lesen:

Mein Vater kannte True Fruits bisher nicht, aber seit er gelesen hat, was die Firma auf den Shitstorm erwidert hat, kauft er nur noch Smoothies von denen.

Den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen muss man natürlich anzweifeln, allerdings zeigt es deutlich, dass die Polarisierung stattgefunden hat und eine nennenswerte Anzahl von Menschen positiv aufmerksam auf das Produkt geworden ist, da man stark und offen jegliche zweifelhafte Kritik abgeschmettert hat und humorvoll reagieren konnte.

Bildquelle: MarinaTheMoss
 

Fazit

In meinen Augen hat True Fruits alles richtig gemacht. Die limited Edition ist mittlerweile sowieso nicht mehr erhältlich, von seinem Kurs abweichen wird der Smoothie Hersteller aus Bonn aber ziemlich sicher nicht.

Zudem zähle ich persönlich wohl auch eher zu der Sorte Mensch, die nicht genau nachvollziehen kann wie man in diesen humoristischen Text Sexismus und Lookismus hineininterpretieren kann, aber Humor ist ja bekanntermaßen sehr unterschiedlich ausgeprägt. 🙂

Author Yannick

Digital Native, Online Marketing - Enthusiast, begeisterter Skifahrer und Freizeitpark-Fan.

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Join the discussion 6 Comments

  • Melina sagt:

    Sehr sehr cooler Post! 🙂
    Melina

  • Jana sagt:

    Hallo Yannick,

    danke für den differenzierten Artikel aus männlicher Sicht.
    Ich hab diesen Shitstorm verfolgt und konnte ihn genau wie du üüüüberhaupt nicht nachvollziehen.
    Wo ist das Problem, eine nicht-so-hübsche Freundin mit ihren inneren Werten anzupreisen? Es gibt nunmal Leute, deren Aussehen auf den ersten Blick nicht total flasht, dafür dann vielleicht auf den 2. Blick (Geschmack lassen wir jetzt mal außen vor)
    Ich denke halt, nix anderes wollten die „true fruits“ Werbetexter damit sagen – wenn auch etwas drastisch.
    Diese künstliche Aufregerei, weil man sonst nix findet und Wortneuschöpfungen wie „Lookismus“ (was zum Teufel?!) … nerv!

    Einen lieben Gruß von einer auf-den-2.-Blick-ganz-lustigen Foodbloggerin

    • Yannick sagt:

      Danke, es freut mich, dass du meine Meinung teilst!

      Tatsächlich könnte man sogar eine sehr positive und tiefgründige Botschaft in diesen Text hineininterpretieren, lässt man sich denn dazu hinreißen. So wie du denke ich, dass es doch eigentlich sehr anständig ist, kreative Wege zu finden um auf die inneren Werte aufmerksam zu machen und vom rein äußeren Erscheinungsbild abzulenken. Natürlich drückt True Fruits das drastisch und provokativ aus, aber langweilig und „politically correct“ kann das jeder.

      Danke auch für den indirekten Hinweis auf deinen Blog, den werde ich mir mal anschauen! 🙂

      • Jana sagt:

        Eben, so zu tun, als würde jeder dem Scönheitsideal entsprechen ist doch total weltfremd.
        Deswegen wird man als Frau/ Mann/ Smoothie ja nicht weniger gemocht.
        Eben political correct kann jeder. 😉
        Aber ich find den „An alles ein Innen hängen müssen“ – Zwangsfeminismus eh total kacke.

        Wenn dir mein Blog gefällt, verweise ich auf die Dazugehörige FB-Seite, da wird öfter aktualisiert und es werden eben auch mal solche Sachen diskutiert.

        Liebe Grüße 😉

        • Yannick sagt:

          Die Facebook-Seite ist gelikt, bin mal gespannt was mich so erwartet! 🙂

          Meine eigene wächst noch sehr sehr langsam vor sich hin, da ich erst kürzlich gestartet bin steckt das alles noch in Arbeit, da kannst du aber auch gerne mal vorbei schauen.

          Wenn du selbst genau das öfters mal thematisierst kannst du mich auch gerne kontaktieren, eventuell können wir ergänzende Beiträge zum Thema bloggen. 🙂

          • Jana sagt:

            Huhu, nochmal ich.
            Ich finde deine fb-Seite nicht, hinterlass mir mal ne Nachricht oder n „Huhu“ auf FB.

            Lieber Gruß

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