Smartwatch – Die Frage nach dem „Warum“

By 29. März 2015Lifestyle

„Wofür braucht man eigentlich eine Smartwatch?“

„Ist das nicht Geldverschwendung?“

„Warum sollte ich eine Smartwatch kaufen wenn ich schon ein Smartphone habe?“

Sind diese Fragen und ihre Antworten heutzutage überhaupt noch maßgeblich für viele Käufer?

EINLEITUNG

Pebble Time Steel

Die Pebble Time Steel – Eine Smartwatch die kürzlich mit 20 Millionen US-Dollar über Kickstarter finanziert wurde und ab Juni diesen Jahres ausgeliefert werden soll.

Es gibt nichts Neues mehr. Alles, was man erfinden kann, ist schon erfunden worden.

Diese Aussage aus dem Jahre 1899 steht wohl stellvertretend für die vielen Zitate mit denen einige Blogger und Journalisten ihre Argumentation dafür unterstreichen wollen, dass selbst anerkannte Meinungsbildner häufig nicht das Potenzial in neuen Produkten und Neuentwicklungen sehen.

Damit wird aber auch jeder, der nicht in jedem Trend direkt eine bahnbrechende Innovation sieht und dem Hype folgt indirekt als rückständig gebrandmarkt.

Es ist doch vollkommen verständlich, dass viele sich damit schwer tun, neue und innovative Ideen sofort als zukunftsweisend zu sehen?
Gerade in unserem Zeitalter des Konsums ist die Frage – „Brauche ich das?“ – sehr oft gar nicht mehr so signifikant für Kaufentscheidungen, insbesondere bei Lifestyle-Produkten wie Smartwatches.

Wollen ist das neue Brauchen

Lang ist’s her, dass ein gewisser Mann namens Abraham Maslow seine Bedürfnispyramide aufgestellt hat, welche natürlich heutzutage in weiten Teilen als veraltet betrachtet wird.

Auf viele Szenarien findet sie heute kaum noch Anwendung, höchstens in stark abstrahierter Form.

Die Smartwatch ist dafür ein tolles Beispiel, denn: Welches Bedürfnis erfüllt die Smartwatch?

Manche kaufen eine Smartwatch wegen ihren Funktionen, andere wegen ihrem Aussehen… ich habe meine Pebble Time Steel über Kickstarter vorbestellt weil ich sie haben möchte.

Brauche ich eine Smartwatch? Nö.
Mein OnePlus One erfüllt alle Anforderungen, die ich möglicherweise an ein Smartphone haben könnte, noch mehr Konnektivität wäre schon fast lästig.

Dennoch freue ich mich sehr auf meine neue Smartwatch und kann eigentlich gar nicht so genau sagen wieso.

DER KONSUM

Mit der iWatch ist auch Apple in den Markt für Smartwatches eingestiegen. Das „Lifestyle“-Produkt ist in der hochpreisigen Kategorie eingestiegen und sogar in Edelmetall-Gehäusen erhältlich.

Ist das nicht total irrational?

Natürlich ist es das… tolle Überleitung zum Thema „Konsum“, oder? 😉

Ob es nun das Abonnement einer Zeitschrift ist die wir eh nie lesen, das neue T-Shirt was für die nächsten Monate im Kleiderschrank liegt und irgendwann im Kleiderkreisel landet oder die zweihundertachtundneunzigste Aldi-Tüte die wir kaufen um sie nach dem Auspacken zu den anderen zu stopfen… unser Konsumverhalten hat sich in den vergangenen Jahren nachweislich verändert.

Irrationale Entscheidungen zu treffen gehört nach wie vor zu unserem Konsumverhalten, aber da das Angebot heutzutage die Nachfrage an vielen Stellen um ein vielfaches übersteigt werden wir zusätzlich noch von Marketing und Werbung stimuliert und verlernen es, zwischen echten Bedürfnissen und künstlich geschaffenen Bedürfnissen zu unterscheiden.

Die Smartwatch erfüllt ein irrationales, abstraktes und künstlich geschaffenes Bedürfnis

Anhand von der aktuellen Trends wie „gesunde“ Ernährung, „sportlich-gesundem“ Lebensstil und „ästhetischer Körperform“ kann man wohl relativ leicht erkennen, dass es in unserer Gesellschaft mittlerweile ganz normal geworden ist, Bedürfnisse zu erschaffen und sie kommerziell zu nutzen.

Den faktischen Nutzen von „Detox-Smoothies“, „I Make you Sexy“ und exzessivem Fitness-Studio-Besuchen erfragen viele gar nicht – Es ist ein Trend dem man folgt.

Stellt man hierbei nun die allseits beliebte Frage „Braucht man das?“ lautet die Antwort rein objektiv betrachtet sicherlich „Nein“.

Ich bin nicht „man“

Jeder Mensch ist ein Individuum und deshalb kann man die Frage nach dem Bedürfnis eigentlich gar nicht allgemein beantworten.

Es gibt genügend Menschen die sich mit ihrer umgestellten Ernährung subjektiv besser fühlen – Sie würden die Frage „Brauche ich das?“ sicherlich mit „Ja“ beantworten.

Genau so geht es mir mit der Smartwatch. Es interessiert mich nicht, ob (viele) andere die Frage ihrem eigenen Bedürfnis nach einer Smartwatch mit „Nein“ beantworten, für mich ist nur meine eigene Antwort interessant.

Ein wenig Distanz ist dennoch wichtig

Um nicht ein willenloses Opfer seines eigenen Konsums zu werden ist es, meiner Meinung nach, dennoch sehr wichtig, dass man sich die Frage nach dem Bedürfnis tatsächlich stellt.

Kurz innehalten, durchatmen und sich selbst fragen – „Brauche ich das?“

Ich versuche mir stets darüber im Klaren zu sein, ob ich gerade eine Kaufentscheidung treffe weil ich „möchte“ oder weil ich „muss“. So kann man trotzdem einen Überblick darüber behalten was man braucht und was man will.

Ich will eine Smartwatch haben, brauche sie aber nicht.

FAZIT

Sony Smartwatch

Keiner braucht die Smartwatch, viele wollen sie haben

Solange es eine Nachfrage gibt, wird es auch die Smartwatch geben. Viele finden für sich selbst keinen Nutzen in diesem Produkt, andere haben allgemein kein Verständnis für „Lifestyle“-Produkte.

Fakt ist: Die Smartwatch schlägt vielleicht nicht so sehr ein wie das Smartphone seiner Zeit. Sie trifft dennoch auf eine junge und technische begeisterte Zielgruppe, die sie vielseitig einsetzen kann und möchte und sich insbesondere auch auf die Zukunftsperspektiven dieser Produkte freut.

Das reicht in meinen Augen vollkommen aus um jegliche Frage nach der Daseinsberechtigung von Smartwatches zu beantworten.

 

 

Bildquellen:

Author Yannick

Digital Native, Online Marketing - Enthusiast, begeisterter Skifahrer und Freizeitpark-Fan.

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