Solidarität Fehlanzeige – Der kleine Mann in Bonn

By 14. Juli 2015Daily Life

Es ist eine „Neverending Story“. Egal welche Veranstaltung in Bonn auf die Beine gestellt wird, es finden sich stets ein bis zwei Bonner Bürger die ihren wohlverdienten Schönheitsschlaf nach 22 Uhr unter keinen Umständen aufgeben wollen. So erhebt sich der kleine Mann regelmäßig gegen die Stadt, Veranstalter und nicht zuletzt auch den Großteil der ansässigen Gesellschaft die sich über die Veranstaltungen freut und zu zehntausenden teilnimmt.

Undemokratisch

Dieses Schlagwort fällt im Zusammenhang mit diesem Thema bereits seit Jahren immer wieder. Wie kann es sein, dass sich einzelne Anwohner von Veranstaltungen ihr „Recht“ einklagen können, wenn viele tausende, sogar zehn- bis hunderttausende, Besucher ein kulturelles Bedürfnis kundtun, indem sie diese Veranstaltungen besuchen? Gilt in einer Demokratie nicht ein Mehrheitsrecht und müsste das Interesse der Allgemeinheit berücksichtigt werden? Ist es nicht zumutbar, wenn man in eine Großstadt zieht, mit Veranstaltungen und Lärm in diesen Ausmaßen leben zu können, da man doch weiß worauf man sich einlässt?

Ich möchte an dieser Stelle keine Paragraphen zitieren, Gesetze wälzen oder die Rechtsprechung betrachten, es geht mir einzig und allein um den gesellschaftlichen Aspekt des Ganzen.
Wie kann man sich der Bonner Gemeinschaft zugehörig fühlen, wenn man seine eigenen Interessen nicht nur über die allgemeinen stellt, sondern sie sogar dagegen durchsetzt? Warum kann man an den Veranstaltungen nicht entweder teilnehmen, oder sich dem Trubel für ein Wochenende entziehen, wenn man daran kein Interesse zeigen kann?

Wo ist die Kompromissbereitschaft, von der unsere Gesellschaft lebt? Klick um zu Tweeten

Lächerliche Übertretungen von lächerlichen Vorschriften

Anlass für meinen Blog-Beitrag sind neue Klagen gegen den Veranstalter von Kunst!Rasen in Bonn. Es wird die „Aufhebung“ der Baugenehmigung gefordert. Inwiefern diese Klagen Bestand haben werden, bleibt abzuwarten, aber ist es nicht schon haarsträubend mit welch geringfügigen Übertretungen von Vorschriften der Veranstalter sich bereits in ein Risiko begibt?

Laut General Anzeiger Bonn gab es beim Auftritt von Revolverheld nach Aussagen der Stadt Bonn „immerhin eine Überschreitung von einem Dezibel, zudem sei etwas länger als bis 22 Uhr gespielt worden.“

Mal ganz davon abgesehen, dass kein menschliches Ohr dazu in der Lage sein dürfte, den Unterschied von +- 1 Dezibel wahrzunehmen, so ist 22 Uhr auch schon eine sehr frühe Zeit für das Konzertende.

Mit Lautstärke und Zeitdauer wurde an diesem Konzert seitens des Veranstalters bereits alles eingeschränkt was Spaß macht. Ist das nicht Kompromiss genug? Muss man auch noch auf minutiöse Einhaltung dieser Regularien achten, damit man seinem eigentlichen Zweck (der kompletten Abschaffung der Veranstaltung) nachkommen kann?

Dieses Verhalten schadet Bonn viel mehr als jedes Rockkonzert. Klick um zu Tweeten

Zeit für Veränderungen

Die rechtliche Komponente muss von Gerichten geklärt werden. Die Gesetzgebung regeln unsere Regierungen.

Viel wichtiger ist, dass die Bonner Bürger sich geschlossen zusammenstellen und für ihre Rechte eintreten. Damit meine ich nicht das vermeintliche Recht, am Wochenende schon um 22 Uhr Grabesruhe an jeder Stelle der Stadt vorzufinden… sondern das Recht auf Kultur und das Recht auf Spaß.

Es muss deutlich werden, dass dieses Problem längst nicht behoben wurde und auch der aktivste und motivierteste Veranstalter früher oder später die Lust verlieren könnte und kurzerhand abwandert, immerhin hat Bonn die Klangwelle bereits verloren, weitere Veranstaltungen werden folgen.

Politisch gesehen kann man im Bereich dieser Problematik auf Bonner Ebene wohl von einem Totalversagen sprechen. Man ist nicht fähig, einen Dialog herbeizuführen und knickt schon vor angedrohten Klagen ein, so wird man nicht zu einer Einigung finden.

Author Yannick

Digital Native, Online Marketing - Enthusiast, begeisterter Skifahrer und Freizeitpark-Fan.

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